Lam Rim – Buddhistische Lebensweisheit

„Alles Glück dieser Welt entspringt dem Wunsch nach Glück für die anderen,
aller Schmerz dieser Welt entspringt dem Wunsch nach dem eigenen Glück“

Shantideva

Eine Berühmte Sammlung von konkreten Anweisungen und Übungen, zum stufenweisen Erlangen der Erleuchtung ist das ‚Lam Rim’ (tib.: „Lam“ bedeutet Pfad; „Rim“ bedeutet Stufen) des indischen Philosophen Atisha um 1100 n.Chr. Er beschreibt systematische Methoden wie der Übende vorgehen kann, um sich den konzeptuellen Herrausforderungen zustellen im alltäglichen Leben zu stellen und seine Egozentrierung langsam in einen tragfähigen Altruismus zu überführen.

Ein Beispiel einer solchen Anweisung:

„How could you find enough leather to cover the ground? Having leather on the soles of your sandals is the same as covering the whole earth.“

Aus Engaging in the Deeds of Bodhisattvas von Shantideva

Die Texte dürften weitgehend für ein monastisches Expertenpublikum geschrieben worden sein, das sich auf eine Tradition der erklärenden oralen Übertragung stützen konnte, die bis heute erhalten ist. Die mündlichen Erklärungen zur Bedeutung der Texte bilden noch heute den Schlüssel zum vollständigen Verständnis der Anweisungen, zumal viele Formulierungen aus dem mittelalterlichen Indien nicht direkt auf die westliche Moderne übertragen werden können.

Der oben Zitierte Vers könnte beispielsweise folgendermassen kommentiert werden: Es wird keinem Menschen jemals gelingen all das, was er als störend,  unangenehm oder ungewiss empfindet einzeln unmzuwandeln, zu ändern oder zu verstehen, doch er kann sein tieferliegendes Verständnis davon, was störend, unangenehm oder ungewiss ist, verändern und es wird sein als ob er jedes einzelne Problem behandelt habe.

Man könnte Lam Rim auch als buddhistische Lebensweisheit bezeichnen, da es eine sehr unmittelbare, klare Form der Praxis im Alltag darstellt. Grosse Meister zeichnen sich dadurch aus, dass sie die Prinzipien des Lam Rim auf ihr Leben übertragen haben (z.B. Dalai Lama) und es wirklich anwenden. Jede weiterführende buddhistische Praxis (Tantrische Meditationen etc.) dienen alleine dazu, die Umsetzung der Grundsätze des Lam Rim im Übenden zu katalysieren.

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Lodro Tulku Rinpoche

Den eigenen Geist herausfordern – Lojong – online

28. September, 6:45 - 23:45

Kommentar zum Text "Geisteshaltung in 7 Punkten" von Geshe Chekawa Rinpoche Lodrö Tulku Rinpoche wird während zehn Vorträgen das berühmte Geistestraining Lojong von Geshe Chekawa erläutern. Diese bedeutende buddhistische Überlieferung geht auf den Meister Serlingpa Rinpoche und Meister Atisha Rinpoche aus dem 10. Jahrhundert zurück. Geshe Chekawa Rinpoche war ein grosser Gelehrter aus dem 12. Jahrhundert und ... Read more

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